Mathis, Esther “Drowning Bell” in der Galerie Christophe Guye

Esther Mathis: Milch, 2010

Esther Mathis: Milch, 2010

Mit Esther Mathis ersten Einzelausstellung zeigt die Christophe Guye Galerie eine Auswahl an ausdrucksstarken Werken aus verschieden Serien der jungen Winterthurer Künstlerin. Gefühlvoll, poetisch und tiefgründig ist ihre Bilderwelt, welche von Licht und Dunkelheit geprägt, leise von Vergänglichkeit, Schwinden und das Warten einer Generation erzählt.

Charakterstark wie ihre visuelle Sprache selbst ist die Farbpalette der Künstlerin. Man versinkt in einer zweitonigen Welt: einerseits umhüllt von tiefster Dunkelheit um sich dann in andererseits in totaler Weissheit zu verlieren vermag, wie die entschwindenden Fotografien gedruckt auf den so feinen Materialien. Einladend wie diese fesselnden Tiefen sind die taktilen “Leinwände” der Fotografin. Durch die Nutzung von bestimmten Papieren oder in Schichten verarbeitet, besitzt Mathis’ Oeuvre eine für Fotografie untypische strukturelle Qualität.

Esther Mathis (*1985, Schweiz) Drowning Bell

Die Christophe Guye Galerie freut sich mit ihrer nächsten Ausstellung, Drowning Bell, die Werke ihrer jüngsten Künstlerin präsentieren zu dürfen. Es ist die erste Einzelausstellung der in Italien lebenden und arbeitenden Winterthurer Künstlerin und präsentiert Fotografien und eine Videoarbeit aus verschieden Werkgruppen. Zerbrechlichkeit und Isolation gehen Hand in Hand in Mathis’ Werken, in welchen die Unterscheidung zwischen Traum und Realität poetisch schwindet. Trotz ihrer noch jungen Jahre hat die Künstlerin bereits ein faszinierende Bild- und Farbsprache entwickelt; teils figurativ – teils abstrakt sind Mathis’ Arbeiten und trotz ihrer typischen Unerkennbarkeit und scheinbarer Schlichtheit sehr ausdrucksstark, was durch ihre gewählte monochrome Palette und der Verwendung taktiler „Leinwände“ zusätzlich unterstrichen wird.
Drowning Bell; die „Taucherkapsel die untergeht, abtaucht und alles andere auslöscht.“ Beim Betreten dieser Ausstellung taucht der Betrachter in eine Welt des Unbewusstseins ein, allumfassend wie die Tiefe des Wassers das Thema vieler Arbeiten von Mathis ist. Unter Wasser, wo man „die Töne der ganzen Umgebung anders wahrnimmt, wo man das Gewicht der Schwerkraft verliert und beginnt, sich anders zu bewegen. In diesem Moment ist es, als ob alle Fixpunkte der Konstruktion unseres Lebens ausgelöscht werden und was übrig bleibt, ist nur das innere, nackte, zerbrechliche Selbst.“ Mathis Werke offenbaren Schwäche und Zartheit, die Fragilität eines jeden Menschen und der Gedanke, dass jedes Gleichgewicht augenblicklich verloren werden kann.
Die Fotografie spielt eine zentrale Rolle in Mathis’ Schaffen, denn es ist die Vertrautheit mit dem Medium, das eine von ihr gesuchte Konfrontation und Vertiefung erweckt. Durch ihre intellektuelle Auseinandersetzung mit der Fotografie versucht Mathis dem Gedanken, dass Fotografie immer einen Ausschnitt der Wirklichkeit verkörpert, entgegen zu arbeiten. Wie in der Malerei bebildern diese Werke die Innenwelt der Künstlerin, welche durch den Dialog mit dem Betrachter zu einem Ausschnitt ihrer nun gemeinsamen, geteilten Welt werden. Schlicht und dennoch facettenreich erzählen die Bilder von persönlichen und universalen Situationen und Erlebnissen zugleich und der Unmöglichkeit, das Dasein festzuhalten. Eine gewisse Verlorenheit ihrer Generation spiegelt sich in den monochromen Oberflächen von Drowning Bell; einer Welt in der alles möglich ist – so viel dass die Jugend zu vergessen scheint, was sie eigentlich ersehnt.
Die Oberflächen wie die Bilder selbst sind ungeschützt, delikat und fragil gedruckt, metaphorisch dastehend für Schönheit und Endlichkeit, aber auch Isolation und Verlorensein. Die Vergänglichkeit Mathis’ gewählten Materialien verkörpert die illustrierte Schwerelosigkeit und des scheinbaren Stillstands. Stille, Warten, Regungslosigkeit; Mathis Arbeit ist ein dichterisches Spiel mit der Zeit. Genau wie ihre Subjekte sich über die Jahre verändern und altern, so begleiten und verwandeln sich ihre Fotografien mit den Personen die sie fast unkenntlich präsentieren. Auch braucht Zeit ist es die der Betrachter um die Tiefgründigkeit der noch so jungen Künstlerin zu erkennen, um Mathis’ Arbeiten richtig zu „sehen.“ Selbst ihre immer wichtiger werdenden Videoarbeiten empfindet die Künstlerin als „Fotografie mit Zeit,“ wie die gezeigte Arbeit Schnee, welche stellvertretend als Auftaktswerk einer neuen Richtung in Mathis’ künstlerischer Entwicklung steht. Tauchen Sie ein in eine Welt der Stille und Geborgenheit, der Erwartungen und Isolation. Abgekapselt von der hektischen Realität erleben sie mit Drowning Bell, wie Fotografie sich zur Poesie entfaltet.
Zeitgleich zur Ausstellung erscheint Esther Mathis’ erste Monografie: Drowning Bell, in limitierter Auflage.
Die in Italien lebende und arbeitende Schweizer Künstlerin Esther Mathis (geboren 1985, in Winterthur) ist ein schnell-aufkommendes Talent in der nationalen- sowie internationalen Fotoszene. Studentin des Istituto Europeo di Design, Mailand, bekam Mathis zusätzlich ein Stipendium für The School of Visual Arts in New York. Ihre Arbeiten wurden schon in zahlreichen Gruppenausstellungen gezeigt, wie an der SCOPE in Basel (2010) oder der Biennale Internazioale di Fotografia in Mailand (2008), oder wurden für die Raiffeisen Benefiz Auktion (2010) ausgewählt.

Esther Mathis wurde schon anlässlich der  Winterthurer JUNGKUNST-AUSSTELLUNG 2009 im Laconcium vorgestellt.

Quelle: http://www.likeyou.com/en/node/22926

Christophe Guye Galerie

Dufourstrasse 31
8008 Zurich
Phone:

+41 44 252 01 11

Exhibition
21 January 2011 – 9 April 2011
Online since 17 January 2011