Koeder Markenkult

Die Geschichte von www.koeder.ch

Im Sommer 2003 kam ich während einer Mittagspause an der Zürcher Bahnhofstrasse mit einem Textilkaufmann ins Gespräch. Wir diskutierten über Marken. Im Laufe der Diskussion zog der Kaufmann zwei von der Qualität her angeblich identische Paar Jeans aus der Tasche. Mein Gesprächspartner machte den Hinweis, dass das Design im globalen Wettbewerb innert Wochen kopiert werde und diesbezüglich kaum Unterschiede bestehen würden. Trotzdem werde die Jeans A für CHF 120 verkauft, die Jeans B dagegen für CHF 480. Einziger ersichtlicher Unterschied: Jeans A war ohne Logo, die Jeans B dagegen mit einem Armani-Logo gekennzeichnet. 

Daraus folgerte ich: Der Kunde gibt bewusst Geld aus, um Teil dieser Armani-Logo-Welt zu werden. Demzufolge müsste es auch möglich sein, alleine für ein Logo eine Nachfrage zu generieren. Denn das Logo macht die Differenzierung gegenüber allen anderen auf dem Markt erhältlichen Jeans aus und generiert im erwähnten Jeans-Beispiel anteilmässig die grössere Wertschöpfung als die Hose. Mit anderen Worten: Armani könnte die Jeans-Produktion einstellen und nur noch Logos verkaufen.

Diese Überlegungen führten zu folgendem Claim: 
reduced to the brand – the logo is the product

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf machte ich mich an die Logo- und Namens-Entwicklung.

Das Hecht-Logo -> Ich bin bei einer Fischerfamilie in einem kleinen Fischerdorf am Bielersee, Schweiz, aufgewachsen. Jeder Fischer träumt vom Fang eines kapitalen Hechts. Zudem verfügte ich aufgrund meiner Herkunft über ein Beziehungsnetz zu fischaffinen Leuten. Deshalb stellt das Logo einen Hecht dar.

Die Schablone-Technik verwende ich, damit ein möglichst guter Wiedererkennungswert gewährleistet werden kann. Zudem können die Farben individuell variiert werden und da der Untergrund jedes Mal anders ist, mal rauer, mal poröser, mal glatt, wird doch jeder Hecht anders und somit ein Unikat.

Der Name “Koeder” bringt das Grundanliegen des Experiments mit einem einzigen Wort auf den Punkt: Die Leute sollen anbeissen.

Die Umsetzung
Am 1. Mai 2005 – pünktlich mit dem Start zur Hecht-Angelsaison – begann ich mit der Umsetzung. Der Anfang war harzig, und illegales Applizieren kam für mich nie in Frage. Doch nach und nach sprach sich das Experiment herum. Heute kommen die Anfragen regelmässig – im Schnitt eine pro Woche. Mit der zunehmenden Nachfrage konnte ich auch erfolgreich damit beginnen, für die applizieren Hechte Geld zu verlangen. Jeder Franken wird dabei sofort wieder reinvestiert. So wurde die Palette nach und nach erweitert (siehe angehängte Bilder). Ziel ist es, mit all den Leuten, die bisher koeder eine Plattform angeboten haben, dieses Projekt möglichst bekannt zu machen und den Markenkult gemeinsam zu zelebrieren. Deshalb antworte ich auf die stets gestellte Frage, welches denn die bisher originellste Applikation gewesen sei, immer gleich: Immer die Nächste!

Kontakt: miles (at) koeder.ch

http://www.koeder.ch/