ANNETTE AMBERG : EVERYTHING BUT ARMS

Annette Amberg, "Untitled (Blvd. Mao Tse Toung 107)", 2011

Annette Amberg, "Untitled (Blvd. Mao Tse Toung 107)", 2011

Annette Amberg (*1978 in Bern, lebt und arbeitet in Zürich) befragt in ihren künstlerischen Arbeiten die Bedeutungen des politischen und symbolischen Austauschs von Gütern und Wissen und deren Auswirkungen auf die Konstruktion von kultureller Identität. In der Kombination von Objekten, gefundenen und persönlichen Fotografien, Filmmaterial sowie installativen Elementen spannt die Künstlerin ein vielschichtiges Netz an Bezügen innerhalb der Architektur- und Kulturgeschichte. Dabei geht es um das komplexe Verhältnis von Identität und Repräsentation, konstruiertem Bild und kodierter Vorstellung, um die Beziehung von einer privaten und der offiziellen Version von Geschichte und um eine Befragung der modernen, westlich konnotierten Architektur im Spiegel des Exports in andere kulturelle Kontexte.

Der mehrdeutige Ausstellungstitel Everything But Arms ist einerseits eine Anspielung auf das gleichnamige politische Handelsabkommen zwischen der EU und einer Reihe von wirtschaftlich wenig entwickelten Staaten, das auf Gegenseitigkeit, Förderung und auf Zollfreiheit aller Güter, ausgenommen Waffen, beruht. Andererseits bezieht sich die Doppeldeutigkeit des Wortes „arms“ im Englischen, das für Kriegsmaterial ebenso wie für Arme steht, auch auf eine fragmentarische Sichtweise, wie etwa diejenige eines Archäologen auf Bruchstücke einer fremden Kultur – etwa auf eine ausgegrabene Skulptur, Fragmente von Architektur oder andere kulturelle Schätze. Damit verweist der Titel auch auf die Arbeitsweise von Annette Amberg, sich auf poetische Weise historisches, kulturelles Material und seine Formensprachen anzueignen und diese unter neuem Blickwinkel zu betrachten.

Annette Amberg absolvierte an der École Cantonale d’Art de Lausanne (ECAL) von 2001-02 den Vorkurs und studierte anschliessend an der ZHdK Fotografie. Einzelausstellungen hatte Amberg im White Space in Zürich (2005), im Vrits in Basel (2008) und im Aargauer Kunsthaus (2009) im Rahmen der Ausstellungsreihe Caravan. Im Fotomuseum München (2006), der Plattform 08 im EWZ Zürich (2008) und im Kunsthaus Glarus (2010) war die Künstlerin in Gruppenausstellungen vertreten. Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist Amberg auch regelmässig kuratorisch tätig. Sie gründete und führte von 2005-07 gemeinsam mit dem Künstler Fabian Marti den Ausstellungsraum “Amberg&Marti” und arbeitete bis 2011 als Assistenzkuratorin an der Kunsthalle Basel. Anette Amberg war als StudentIn kurzzeitig bei der Redaktion des Laconicums beschäftig.

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13.11.2011 – 22.01.2012
ANNETTE AMBERG
EVERYTHING BUT ARMS
VERNISSAGE: 12.11.2011 18:00
Kunsthaus Glarus
Im Volksgarten
Postfach 665
CH-8750 Glarus

The Player, 2008, Filmstill

Annette Amberg: The Player, 2008, Filmstill