Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz, The Pool Hall (Detail), 1993

Edward Kienholz & Nancy Reddin Kienholz

Der amerikanische Konzept- und Objektkünstler Edward Kienholz (1927–1994) schuf seit Mitte der 1950er-Jahre ein rebellisches und polarisierendes Œuvre. Im Zentrum seiner Arbeit, die er ab 1972 gemeinsam mit seiner Frau Nancy Reddin Kienholz realisierte, stehen Religion, Krieg, Tod, Sex und die abgründigen Seiten der Gesellschaft. Kienholz und Tinguely verbindet Zeitgenossenschaft, gegenseitige Freundschaft und Achtung vor der je anderen Radikalität des künstlerischen Schaffens. Die Ausstellung zeigt neben eindrücklichen kleineren Skulpturen eine Reihe der spektakulären, raumgreifenden „moralischen Tableaux“ und umfasst Werke, die zwischen 1960 und 1994 entstanden sind.
Rebellisch, provokant und polarisierend hat das Kienholz’sche Œuvre
seit seinen Anfängen Mitte der 1950er-Jahre stets grosses Aufsehen erregt: zunächst die Werke von Edward Kienholz (1927–1994) allein, später, ab 1972, die gemeinschaftlichen Projekte mit seiner Frau Nancy Reddin Kienholz. Kaum verwunderlich, stehen doch Religion, Krieg, Tod, Sex und die abgründigeren Seiten der Gesellschaft mit ihren sozialen Konflikten im Zentrum der Arbeit. Mit Themen wie der sexuellen Ausbeutung der Frau in der Prostitution, der Rolle der Medien oder den Auswirkungen von ethnischen Konflikten legen sie den Finger auf Bruchstellen der westlichen Gesellschaften, die bis heute kaum gekittet worden sind und dem Werk Aktualität verleihen. Eine Zeitgenossenschaft behaupten jedoch nicht allein die Themen, heute sehen wir Kienholz vor allem auch als Vorläufer zentraler Tendenzen der zeitgenössischen Kunst, wie sie uns etwa bei Paul McCarthy und Mike Kelley, aber auch in der Produktion von Jonathan Meese, Thomas Hirschhorn oder John Bock begegnen. Die Ausstellung im Museum Tinguely, die vom 22. Februar bis 13. Mai 2012 zu sehen sein wird, zeigt in einer grossen Zusammenschau die Essenz des Kienholz’schen Werks: von den ersten dreidimensionalen Arbeiten
kleineren Formats über die konzeptuellen Werke bis zu den raumfüllenden Tableaux.
Isabelle Beilfuss
Museum Tinguely | Paul Sacher-Anlage 2 | Postfach 3255 CH-4002 Basel | Telefon + 41 61 681 93 20 | Telefax + 41 61 681 93 21

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr | Montag geschlossen